
Final Fantasy IX
Nach Final Fantasy VIII, dass verstärkt auf den westlichen Markt ausgerichtet
war, kehrt der neunte Teil endlich wieder zu seinen Wurzeln zurück und bietet
einen Fantasy-Flair, der bei den beiden Vorgängern deutlich gefehlt hat. Statt
gegen riesige Roboter und Hi-Tech-Soldaten kämpft man diesmal wieder verstärkt
gegen Zauberer, Drachen und andere Fabelwesen. Der Grund für diese Rückbesinnung
ist wohl hauptsächlich die Rückkehr von dem FF-Designer Yoshitaka Amano, der
bereits den ersten sechs Teilen seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückte.
Dies spiegelt sich auch in den Charakteren wieder, die diesmal wieder wesentlich
niedlicher aussehen.
Was wäre eine Final Fantasy-Episode ohne eine komplexe Story, die an Spannung
und Einfallsreichtum nicht zu übertrefen ist? Die Geschichte spielt in der Welt
Gaia, deren Bewohner hauptsächlich in fliegenden Städten und riesigen Luftschiffen
hausen. Ähnlich wie in FFVII geht es schon zu Beginn gleich in die Vollen. Der
16 jährige Zidane Tribal und seine Diebesbande werden von König Cid, dem Herscher
von Lindblum, dazu angeheuert, die Prinzessin Garnet Til Alexandros 17th aus
dem Reich Alexandria zu entführen. Der Grund: Alexandria´s Herscherin Königin
Brahne gibt sich in letzter Zeit ungewohnt kriegslüstern und schickt regelmäßig
ihre Schwarzmagier (Black Mages) in den Kampf. Durch die Entführung ihrer
Tochter erhofft man sich allerdings kein Lösegeld, sondern will die Ursache
für den schrecklichen Wandel der Königin erfahren. Mit Hilfe eines, als Theaterbühne
getarnten, Luftschiffes namens "Primavista" gelangen Zidane und seine
Kumpels nach Alexandria, wo ein großes Theaterstück gezeigt werden soll. Nach
einem kleinen Schaukampf auf offener Bühne, machen sie sich
als Palastwächter verkleidet auf die Suche nach der Prinzessin. Währendessen
bekommt Königin Brahne Wind von der ganzen Sache, und beauftragt den edlen Ritter
Adelbert Steiner die Entführung zu stoppen. Doch die Kidnapper waren schon erfolgreich
und haben die Prinzessin, die sogar unbedingt mitwollte, auf die Primavista
geschafft. Dort entbrennt nun ein Kampf zwischen ihnen und Ritter Steiner bei
dem Prinzessin Garnet fast tötlich verletzt wird. Zufälligerweise erscheint
der 9 jährige Schwarzmagier VIVI Ornitier, der sofort einen Heilzauber anwendet
und ihr somit das Leben rettet. Er und schließlich auch Steiner schließen sich
Zidane´s Truppe an, die nun ein echtes Problem hat. Denn Königin Brahne ist
außer sich vor Wut und läßt das Luftschiff mit riesigen Harpunen angreifen.
Zidane´s Truppe schafft es zwar zu fliehen, doch da das Luftschiff zu sehr zerstört
ist, müssen sie im verwunschenen Wald "Evil Forest" notlanden. Wie
die Reise der Abenteurer weitergeht und welche Rolle der teuflische Magier Kuja
spielt, dass sei hier noch nicht verraten.
Ingesamt gibt es acht spielbare Hauptcharaktere. Dazu zählen die schon erwähnten
Charaktere, wie den draufgängerischen Dieb Zidane, die geheimnisvolle Prinzessin
Garnet, ihr sturer Leibwächter Adelbert Steiner
sowie der sensible Schwarzmagier VIVI Ornitier, der
so gut wie nichts über seine Vergangenheit weiß. Im späteren Verlauf des Abenteuers
trifft man dann noch den gefräsigen Koch Quina Quen
(einer der seltsamsten FF-Figuren überhaupt!), den bärenstarken Einzelkämpfer
Salamander Coral, der nur seinen eigenen Fähigkeiten
vertraut und die niedliche kleine Zauberin Eiko Carol,
die einfach alles über Zaubersprüche weiß und es offenbar faustdick hinter den
Ohren hat. Zu guter Letzt wird auch die weibliche Kriegerin Freya
Crescent eine große Rolle spielen. Sie gehört zu der alten Rasse der Dragoon,
welche auch schon in den Final Fantasy-Teilen 3-6 in Erscheinung tritt. Natürlich
dürfen in einem FF-Game die berühmten Chocobos und die kleinen Moogles nicht
fehlen, die diesmal übrigens als Speicherpunkte dienen.
Das Kampfsystem ähnelt sehr dem der Vorgänger
und läuft wieder im ActiveTimeBattle-Prinzip ab. Doch natürlich gibt es
auch diesmal ein paar Inovationen. Was als erstes ins Auge sticht, ist das die
Party, wie schon in den ersten sechs FF-Teilen, wieder maximal aus vier Kämpfern
besteht. Jeder von ihnen hat irgendein Spezialgebiet, was nur er beherrscht.
VIVI zum Beispiel kann besonders gut Zaubersprüche anwenden, während er so gut
wie gar nicht mit einem Schwert umgehen kann und sich, laut Squaresoft, dabei
sogar in den eigenen Hut stechen würde. Adelbert Steiner dagegen ist die geborene
Kämpfernatur, und weiß wahrscheinlich nicht einmal, wie Magie buchstabiert wird.
Zidane ähnelt dem FFVI-Charakter Locke, denn genau wie dieser beherrscht auch
er das Ausplündern von Gegnern. Dann gibt es noch Charaktere,wie z.B. Garnet,
die in der Lage sind sogenannte Bestia zu beschwören.
Bestia erinnern stark an die Guardian Forces, Summons und Esper der Vorgänger.
Mit dabei sind natürlich wieder Shiva, Ifrit, Ramuh, Bahamut und noch viele
mehr. Sehr löblich ist, dass sich Squaresoft den Beschwerden der Fans angenommen
hat und die Kampfanimationen der Bestia deutlich verkürzt hat. Neu ist, dass
man diesmal die verschiedenen Fähigkeiten der Charaktere miteinander kombinieren
kann. So kann z.B. Steiner seine Schwertkraft mit VIVI´s Zauberkraft verbinden,
und verfügt danach über einen magischen und besonders starken Schwerangriff.
Die "Limit-Breaks" aus FFVII wird es diesmal in einer erweiterten
Version geben. Wird ein Kämpfer verletzt dann füllt sich ein roter Balken. Ist
dieser voll so kann er besondere Fähigkeiten anwenden (z.B 2x Angriff). Dies
kann er allerdings nur solange, bis sich der Balken wieder gelehrt hat. Eine
weitere Neuerung ist, dass die Charaktere neue Fähigkeiten erlernen können,
wenn sie bestimmte Items benutzten. Je öfter man das Item verwendet, umso mehr
geht die neue Fähigkeit in den Charakter über, bis er es irgendwann nicht mehr
braucht. Das Interessante dabei ist, das jede Person anders auf ein Item reagiert.
Außerdem erhält man nach einem gewonnen Kampf nicht nur Erfahrungspunkte, sondern
auch Ability-Punkte, die dazu führen, dass man eine neue Fähigkeit schneller
erlernt.
Natürlich gibt es auch im neunten Final Fantasy-Teil wieder jede menge Minigames,
die das Geschehen etwas auflockern und für Abwechslung sorgen. An einer Stelle
im Spiel muß man beispielsweise einen wildgewordenen Chocobo fangen, um ihn
dann später als Reittier benutzen zu können. Zur Freude vieler FF-Fans wird
es auch diesmal wieder ein Kartenspiel geben, was sehr an "Trible Triad".
Es heißt "Quad Mist" und wird auf einem 4x4 Felder großen Spielfeld
ausgetragen. Das Ziel ist wieder möglichst viele gegnerische Karten umzudrehen,
von denen es insgesamt 100 Stück gibt. Ein völlig neues Element in den FF-Reihe
sind die sogenannten "ActiveTimeEvents". Durch sie kann man mehr von
der Story erfahren. Spielt sich gerade an irgendeinem anderen Ort etwas wichtiges
ab, dann kommt eine Einblendung und man darf entscheiden, ob man sich das Ereignis
anschaut oder nicht. Dadurch hat man das Gefühl in einer richtigen, lebendigen
Fantasywelt zu sein, in der mehrere Events gleichzeitig passieren.
Was die Grafik angeht darf man wohl das beste erwarten, was es auf der guten
alten Playstation je zu sehen gab. Wie schon in FFVIII sind die Renderfilme
wiedereinmal atemberaubend. Als ich die ersten FMV-Ausschnitte gesehen habe,
ist mir meine Kinnlade gleich 3 Tonnen schwerer geworden. Im gesamten Spiel
soll es eine knappe Stunde dieser Renderfilme geben. Natürlich sind auch wieder
die Hintergründe gerendert, doch wer jetzt denkt diese seien wieder sehr steril
und leblos, der hat sich geschnitten. Jeder Hintergrund besitzt jede Menge Animationen,
wie z.B. ein plätschernder Fluss oder sich drehende Windmühlenräder. Auch
die Polygonen-Charaktere sind an Detailreichtum nicht zu überteffen. Die Kampfszenen
sind komplett in Echtzeit, was zur Folge hat, dass sie in der Playstation-Version
teilweise etwas grobpixelig aussehen. Dies hält sich aber im Gegensatz zu der
(relativ) schlechten Polygongrafik des achten Teils in Grenzen.
Der Soundtrack hat auch wieder einiges zu bieten. Nobuo Uematsu hat wieder
jede Menge neue Stücke komponiert, die einem schon nach kurzer Zeit nicht aus
dem Kopf gehen. Ich spreche dabei aus Erfahrung, denn das, was ich bis jetzt
vom FFIX-Soundtrack gehört habe ist ein reinster Ohrenschmaus. Allein das Kampf-Theme
erhöht die Spannung in den Kämpfen deutlich und generell ist es so, dass die
Hintergrundmusik wieder sehr gut zum aktuellen Geschehen passt.
Fazit: Final Fantasy IX ist auf dem besten Weg das letzte richtig gute PSX-Spiel
wenn nicht sogar das beste PSX-Spiel überhaupt zu werden. Ob Story, Grafik,
Sound oder Langzeitmotivation, bei diesem Game stimmt einfach alles.
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