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Final Fantasy VIII


Final Fantasy VIII erschien 1998 und war, wie schon die Vorgänger, ein voller Erfolg. Mit diesem Teil vergrößerte sich die FF-Fangemeide enorm. Dies lag wahrscheinlich daran, dass mit ihm die Grenze zwischen reinem Rollenspiel und interaktiven Spielfilm um einiges verwischt ist. Für viele ein Grund, sich endlich auch für die Serie zu begeistern. Für viele "alte" Final Fantasy-Fans war dieses Mainstream allerdings eine kleine Enttäuschung. Sie vermissten den spielerischen Tiefgang der Vorgänger, sowie mehr Freiheit im Spielverlauf. Ein echter Fan sieht darüber allerdings leicht hinweg, denn die Grandiose Aufmachung des Spiels und die sympathischen Charaktere entschädigen für diese Mankos.

In der Story geht es hauptsächlich um Liebe, Freundschaft und Hexen. Sie spielt in einer Welt, die eine stilvolle Mischung aus der Realität und der typischen Final Fantasy-Welt darstellt. Der kaltherzig wirkende Squall ist Kadett im Balamb Garden, einer von vielen Schulen, in denen SEEDs ausgebildet werden. SEEDs sind talentierte Kämpfer, die in der ganzen FF-Welt für verschiedenste Problemlösungen eingesetzt werden. Gemeinsam mit seinen Kollegen Xell, Selphie, Quistis und Irvine erfüllt er gefährliche Einsätze, die dazu dienen sollen, Frieden zwischen dem Staat Galbadia und dem Rest der Welt herzustellen. Bei einem dieser Einsätze lernt er die bezaubernde Widerstandskämpferin Rinoa kennen, dessen Beziehung zu ihr den Mittelpunkt der Story darstellt. Mehr Infos zu den verschiedenen Charakteren findet ihr hier.

Trotz einiger neuer Ideen fehlen mir in dem Spiel einige Features, die aus einem richtigen Rollspiel eigentlich nicht wegzudenken sind. Zum Beispiel hat jeder Charakter im gesamten Spiel nur eine einzige Waffe, die allerdings aufrüstbar ist. Diese Upgrades sind an den sog. Junk-Jobs möglich, vorausgesetzt man hat die benötigten Einzelteile und genügend Kleingeld. Leider sucht man verschiede Rüstungen, Ringe, Amulette und dergleichen vergebens. Statt dessen kann man seine Partymitglieder mit sogenannten "Guardian Forces" (G.F.) koppeln. Dies erinnert stark an Final Fantasy VI. Hat man einen Charakter mit einem dieser Schutzgeister gekoppelt, so kann man ihn nicht nur im Kampf beschwören, sondern erhält auch verschiedene Abilities. Diese können die G.F. mit Hilfe von AP erlernen, die nach jedem bestandenem Kampf erhält. Beispielsweise gibt es Abilities, mit denen man sich automatisch nach jeder Verletzung heilt, oder Gegenstände vom Gegner stehlen kann. Außerdem dienen die G.F. auch zur Attributverbesserung der Charaktere, wie z.B. Erhöhung der Stärke, Schnelligkeit usw. .Im Laufe des Spiels findet man 16 dieser Ungeheuer, zu den unter anderem Shiva, Ifrit, Quetzacotl, Doomtrain und Eden gehören. Verschiedene Zaubersprüche erhält man diesmal auf eine neue, originelle Weise. Während des Kampfes stiehlt man sie sich einfach mit dem "Draw"-Befehl von den Gegnern. Wendet man diesen Befehl an, kann man entscheiden, ob man den Zauber direkt anwendet oder ihn im Gepäck verstaut. Letzteres ist deshalb wichtig, weil sich auch die Zaubersprüche mit den Charakteren koppeln lassen, zwecks Attributverbesserung. Glücklicherweise gibt es in der PAL-Version, im Gegensatz zur japanischen Version, eine Funktion, mit der sich automatisch die besten Zauberkoppelungen auswählen lassen.

Die Kämpfe spielen wieder nach dem "Active-Time-Battle"-Prinzip ab. Hat sich die Zeitleiste eines Partymembers aufgefüllt so kann man zwischen mehren Befehlen, wie z.B. Angriff, Draw oder Zauber, wählen. Wie schon erwähnt kann man G.F. beschwören. Hat man eine ausgewählt dann erscheint eine Beschwörungs-Leiste, die langsam aber sicher sinkt. Währendessen ist der beschwörende Charakter unverletzbar. Wird er angegriffen so verliert statt dessen die G.F. Lebensenergie und verliert sie zuviel dann wird die Beschwörung abgebrochen. Ist sie geglückt, sieht man eine spektakuläre Animation, in der die G.F. erscheint und die Gegner platt macht. Ifrit beispielsweise steigt auf einem Meteor stehend gen Himmel und schleudert ihn dann auf die verduzten Monster. Die effektivsten Angriffe im Spiel sind wohl die Spezialattacken der verschiedenen Charaktere. Diese sind allerdings nur anwählbar, wenn ein Partymember kurz vor dem Tod steht oder im "Aura"-Zustand ist. Bei dem Kampfsportler Xell beispielsweise erscheint eine Liste von Tastenkombination. Hat man eine Kombination richtig eingeben so knallt Xell dem Gegnern die gewünschte Attacke an die Backe. Bei Squall dagegen muss man im richtigen Moment eine bestimmte Taste drücken, um einen zerstörerischen Rundumschlag zu verstärken.

Die Grafik ist im achten Teil wesentlich detaillierter als in den Vorgängern. Die Personen wirken viel realistischer und sind längst nicht so klobig und undetailliert wie in FFVII. Trotz des Detailreichtums sind die Echtzeitkämpfe oft sehr grobpixelig, das machen aber die spektakulären Animationen und Zaubereffekte wieder wett. Die Renderhintergründe (außerhalb der Kämpfe/Landkarte) sind in FF8 besser denn je. Zahlreiche Animationen wie z.B. ein Springbrunnen machen die Hintergründe nicht so steril. Aber das grafisch Beste sind wohl die Rendersequenzen. Da man diesmal "Motion-Capturing" angewandt hat, sehen die Mimik und die Animationen der Charaktere einfach atemberaubend aus. Sie bewegen sich so real , dass es schon beängstigend ist. Eine der besten Rendersequenzen ist wohl das Intro, in dem man den spektakulären Kampf zwischen den Balamb-Kadetten Squall und Cifer beobachten kann. Hier hat sich Square selbst übertroffen. Dies lässt sogar die Sequenzen aus FFVII alt aussehen.

Statt der schon im siebten Teil gelungen Musik, die hauptsächlich aus Synthesizermusik bestand, darf man diesmal verstärkt Orchestern lauschen. Die Hintergrundmusik bei dem Hexenattentat oder das Liebeslied "Eyes On Me" beispielsweise sind ein reiner Ohrenschmaus. Die Kampfbegleitmusik klingt zwar auch nicht schlecht, kann einem aber schon nach wenigen Stunden etwas nerven, aber das ist man ja von der Serie gewohnt.

Wie schon erwähnt ist Final Fantasy VIII nicht nur für Rollenspielfans ein Muss. Trotz der recht linearen Handlung und der oft "unbefriedigenden" Story, ist es ein absolutes Meisterwerk. Und spätestens jetzt, wo die Playstationversion für unter 50,- zu haben ist, sollten selbst die größten Skeptiker mal probespielen.

© Mr.Pumpkin